Ein kurzer Einblick in sein Leben:
Pedro Diaz wurde 1961 in Cordoba /Argentinien geboren. Er wuchs in den Slums von Cordoba auf und ist trotz dieser Herkunft nie kriminell geworden. Dies begründet er mit seinem starken Glauben zu Gott. Sein Geld verdiente er sich als Zeitungsverkäufer und Schuhputzer und hat nie einen Schulabschluss erreicht. Heute arbeitet er für 600 Pesos (ca 200 Euro) als Hilfskraft in einem Kinderkrankenhaus. Durchs seinen selbst gewählten Namen „negro tobi“ - wobei das Wort „negro“ nicht für schwarz sondern für einen abfälligen argentinischen Begriff für die arme Bevölkerung oder Menschen dunkler Hautfarbe steht – wird der Bezug zu seiner Herkunft deutlich.
Eines Tages fragte ihn ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ob Tobi sie zu ihrer Mutter fahren könnte. Ohne zu zögern fuhr er sie in das ca. 300 km entfernte Dorf Cruz del Eje der Provinz Cordoba. Dort sah, er Menschen, die unter noch schlimmeren Bedingungen als er und seine Familie und Nachbarn, leben.
Sofort wurde ihm klar, dass er diesen Menschen helfen muss. Zunächst begann er damit Spenden in Form materieller Güter in seine näheren Umgebung zu sammeln um sie einmal im Monat in das gebiet zu bringen.
Nach einiger Zeit wurden die Medien auf sein Engagement aufmerksam und im Zuge dessen auch der Bürgermeister von Cordoba. Dieser stellt ihm monatlich einen LKW und einen Kleinbus zur Verfügung, dies jedoch nicht ohne selber politische Ziele zu verfolgen.
Einmal im Monat fährt Tobi für ein Wochenende mit den Spenden und freiwilligen Helfern nach „Cruz del Eje“ und andere von der Armut stark betroffene Dörfer. Bei jedem Besuch stellt er fest, wie viele Menschen von den Spenden abhängig sind um ihr Leben bestreiten zu können. Die mitgebrachten Güter reichen nie aus! Die Not wächst und es kommen immer mehr Menschen hinzu, die auf seine Hilfe angewiesen sind.
Das Ziel von Tobi ist, jeder Familie die wichtigsten Dinge für den täglichen Gebrauch zu geben:
Leider werden wichtige Dinge, wie Windeln, Medikamente oder auch frische Obst oder Gemüse überhaupt nicht gespendet. Von Geldspenden, die Tobi jedoch selten erhält, kauft er auf dem Weg in die Dörfer Obst, um wenigstens einen Teil der Kinder einmal im Monat mit Vitaminen zu versorgen.
Mehr auf der Seite Negro Tobi Solidario (Spanisch).
Im Februar 2006 sind wir nach Argentinien geflogen um ein Praktikum im sozialen Bereich zu absolvieren. Dadurch, dass ich, Agnes, durch meinen einjährigen Schüleraustausch 1998-1999 viele Kontakte in Cordoba hatte war es uns möglich einfach unvorbereitet los zu fliegen.Kurz nach unserer Ankunft erzählte uns meine Freundin von Tobi. Ihre Mutter gibt ihm jeden Monat Lebensmittel mit. Sie zeigte uns die beeindruckende DVD (siehe Fotos/Film) und wir waren sehr erfasst. Nach dem Ansehen des Films war uns sofort klar: Den möchten wir unterstützen. Wir fuhren in die Armensiedlung, wo Tobi lebt um ihn kennen zu lernen. Von Anfang an war es so als kannten wir uns schon ewig. Eifrig und ohne Pausen erzählte er uns von seinem Lebenswerk, zeigte uns Zeitungsartikel, Filme und seine Depots mit Spenden, die fast alle Zimmer des Häuschens beanspruchten.Er bot uns an, einmal einen Samstag mit uns in das Gebiet zu fahren, damit wir uns einen Eindruck verschaffen konnten, bevor wir ein ganzes Wochenende mit ihm fahren wollten. Das war gut, denn wir hatten ein wenig Angst davor unprofessionell zu sein, d.h. zu erschrocken zu sein, da wir nicht genau wussten was uns dort erwartete.Wir fuhren also mit ihm und seinem Sohn Nelson einen ganzen Samstag in die Region und brachten schon mal einen kleinen Teil der Spenden dorthin. Von Anfang an war das Eis zwischen uns und den Menschen dort gebrochen, was sicherlich auch an der unglaublichen Warmherzigkeit und wahrscheinlich auch an uns zwei jungen, seltsam aussehenden Mädchen lag.Der Tag war lang und wir machten viele Erfahrungen. Am Abend waren wir erschlagen von den Eindrücken und brauchten einige Zeit die Geschehnisse zu verdauen.Zwei Wochen später fuhren wir dann am Samstagmorgen mit Tobi und sechs freiwilligen Helfern in einem Transporter und zwei voll beladenen LKW´s mit Spenden erneut in diese Dörfer. Überall trafen wir zu spät ein (typisch argentinisch), so dass uns die Bedürftigen in Massen erwarteten.Leider hatte sich der LKW gleich zu Beginn auf einer Bergstraße festgefahren, so dass wir mit dem Transporter schon zwei Stunden eher in den Dörfern (Cruz del Eje, Piedras Blancas und Las Playas) ankamen. Die Menschen bejubelten uns und warteten freudestrahlend auf negro Tobi und seine Spenden. Viele hatten schon auf unseren Transporter mehrere Stunden gewartet und einige von ihnen waren in dem Glauben, dass Tobi sie vergessen hätte schon wieder nach Hause gegangen. Als der LKW endlich eintraf wurden wir fast überrannt von den Wartenden. Die Freude war groß und jeder von ihnen hatte Angst nicht genügen abzubekommen. In Windeseile bauten wir die Tische auf, und bestückten sie mit den mitgebrachten Lebensmitteln und Kleidern. Es war schwierig koordiniert zu arbeiten, denn die Menschen drängelten sich um die Tische, während der LKW noch entladen wurde. Die Zeit rannte und ehe wir uns versahen, brüllte Antonio (einer der Freiwilligen) „der LKW ist leer!“ Das bedeutete, dass zumindest die Ration für dieses Dorf aufgebraucht war. Der vorhandene Rest im LKW musste für die Dörfer am nächsten Tag reichen. Die Letzten in der Schlange erhielten somit leider nicht die für sie bestimmten 8 Nahrungsmittel, sondern weniger oder einige Dinge doppelt. In dem Moment wurde uns erneut bewusst, dass wir hier etwas tun müssen um die Lage dieser Menschen zu verbessern. Am nächsten Morgen fuhren wir früh weiter in die nächsten Dörfer. Auch hier waren einige Artikel schon schnell verteilt, so dass wir nicht gerecht verteilen konnten. Es war schwer sich am Abend wieder in der Zivilisation zu Recht zu finden. Wir begannen damit Pläne zu schmieden um dieses Projekt zu unterstützen. Unsere sehr gute Freundin Julia Simian erklärte sich gerne dazu bereit unsere Spenden in Argentinien in Empfang nehmen und davon Dinge kaufen die Tobi benötigt.
Nun ist es uns nach einigen Monaten gelungen mit voller Kraft loszulegen. Dabei können wir jede noch so kleine Unterstützung gebrauchen. Gerne sind wir auch bereit dazu Vorträge über das Projekt zu halten und alle Fragen dazu zu beantworten.
Wir würden uns sehr freuen, wenn auch "Du" helfen würdest!